Die Gestaltung eines Maskottchens

Von CorelDRAW-Meister Joe Diaz


Von Zeit zu Zeit werde ich beauftragt, ein Maskottchen für einen Verein zu entwerfen. Ich mache das sehr gerne, auch wenn es eine recht herausfordernde Aufgabe ist. Die Gestaltung eines Maskottchens hat für mich viele Gemeinsamkeiten mit der Gestaltung eines Symbols für ein Logo. Erstens sollte das Bild für den Betrachter klar und einfach erkennbar sein. Ich verwende am liebsten einfache Formen, um damit ein etwas komplexeres, aber nicht zu komplexes Bild zu gestalten. Es soll stilisiert sein, also nicht übermäßig realistisch. Ich möchte auch etwas, das einfach auf Textilien, Schildern, im Druck usw. wiedergegeben werden kann. Ziel ist es, den Eindruck zu erwecken, das Design sei einfach zu gestalten, auch wenn dies nicht der Fall ist.

Im ersten Schritt gilt es, die verschiedenen Dinge durchzugehen, die Bestandteil des Designs sein sollen. Ich kannte den Namen, hatte ein grundlegendes Farbschema und wusste, dass es sich um ein Design für ein Baseball-Team handelte.

Der zweite Schritt besteht darin, Ideen und Bezugsbilder zu sammeln. Dabei muss es sich nicht nur um Bilder von den Dingen handeln, die man zu zeichnen beabsichtigt. In manchen Fällen weiß man ja erst genau, was man zeichnen möchte, wenn man Wahlmöglichkeiten hat. Beim Durchstöbern des Internets stoßen Sie unter Umständen auf ein Logo mit einem Farbschema, das Ihnen gefällt. Bei einem anderen Design gefällt Ihnen der Schriftstil oder die Schriftart. Ich verbringe viel Zeit damit, mich inspirieren zu lassen, achte jedoch darauf, dass die Bilder, die ich finde, mein Design nicht zu sehr beeinflussen. Ziel ist es, etwas Einzigartiges zu gestalten. Ich erstelle dazu in CorelDRAW eine neue Datei und gebe ihr einen Namen. Dann suche ich im Internet nach Inspirationen. Wenn ich etwas finde, das mir gefällt, kopiere ich es und füge es in die neue CorelDRAW-Datei ein. Sie können auch Corel CONNECT verwenden, um Inhalte zu durchsuchen. Dazu empfehle ich Ihnen, in CorelDRAW auf Fenster > Andockfenster > Connect zu gehen. Bei geöffnetem Andockfenster können Sie oben im Andockfenster nach Bildern suchen. Ich such gerne in iStock nach Bezugsbildern. Wenn Sie beabsichtigen, ein Bild in einem Design zu verwenden, müssen Sie es erwerben, damit Sie es benutzen dürfen.

Der nächste Schritt hängt davon ab, wie Sie am liebsten arbeiten. Sie können direkt in CorelDRAW skizzieren und dazu beispielsweise ein Grafiktablett benutzen. Ich arbeite am liebsten mit einem altmodischen Bleistift und einem Notizblock. Ich habe einen kleinen Notizblock, den ich für meine Skizzen verwende. Manchmal erstelle ich aber auch kleine Skizzen auf Klebezetteln. Ich zeichne gerne kleine Skizzen, da sich diese kleinen Zeichnungen meiner Meinung nach gut für die Gestaltung einfacher, übersichtlicher Entwürfe eignen. Je größer die Skizzen sind, desto mehr Einzelheiten gestalte ich, und für Arbeiten wie diese hier benötigt man nicht immer sehr viele Einzelheiten. Mein Skizzen sind nicht schön. Sie sollen mich einfach ins Spiel bringen. Sie brauchen etwas, von dem Sie ausgehen können. Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn die Skizzen nicht genau dem entsprechen, was Sie sich vorgestellt haben. Sie können die Einzelheiten des Designs später noch ausarbeiten. Ich habe mehrere kleine Zeichnungen erstellt. Davon wähle ich eine oder zwei aus. Mit diesen arbeite ich dann.

Ich scanne das Papier mit der Skizze mithilfe meines Scanners ein. Gehen Sie dazu auf: Datei > Bild holen > Holen. Skannen Sie das Bild ganz normal ein. Der Vorgang ist dabei für jeden Benutzer je nach Scanner unterschiedlich. Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf OK und platzieren das eingescannte Bild auf dem Arbeitsbereich.

Nun, da ich eine erste Skizze habe, mit der ich arbeiten kann, füge ich über dieser Skizze einige Grundformen ein. Bevor ich damit beginne, wähle ich die Skizze aus und füge mithilfe des Hilfsmittels Transparenz (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel Transparenz) über die Eigenschaftsleiste eine gleichmäßige Transparenz von etwa 80 % ein. Als Nächstes klicke ich mit dem Hilfsmittel Auswahl (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Auswahl') auf das transparente Bild und wähle die Option Objekt sperren. Wenn ich das Bild sperre kann ich auf der eingescannten Skizze arbeiten, ohne diese versehentlich auszuwählen.

Nun kann ich damit beginnen, über der Skizze Vektorformen zu erstellen. Ich wähle als Erstes das Hilfsmittel Auswahl (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Auswahl' oder Tastaturbefehl F5). Das Hilfsmittel Auswahl kann auf verschiedene Weisen verwendet werden. Wenn Sie klicken und die Maustaste gedrückt halten, folgt die Linie dem Pfad des Mauszeigers und Sie können gebogene Linien erstellen. Wenn Sie jedoch nur einmal klicken, den Mauszeiger loslassen und an einen anderen Punkt auf dem Arbeitsbereich verschieben und dann ein zweites Mal klicken, wird eine gerade Linie erzeugt. Ziel ist es, geschlossene Formen zu erstellen. Beginnen Sie also die jeweils nächste Linie, indem Sie auf den Endpunkt der zuvor erstellten Linie klicken. Die letzte Linie der Form sollte damit enden, dass Sie auf den Anfangspunkt der zuallererst erstellten Linie klicken. Sie wissen, dass eine Form geschlossen ist, wenn Sie ihr eine Füllung oder Farbe zuweisen können.

Erstellen Sie ganz zu Beginn keine gebogenen Linien. Wir wollen nur gerade Linien. Die Rundungen fügen wir später ein.

Um gerade Linien zu krümmen, wählen Sie das Hilfsmittel Form aus (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Form' oder Tastaturbefehl F10). Klicken Sie bei ausgewähltem Hilfsmittel Form mit der rechten Maustaste auf eine gerade Linie und wählen Sie die Option In Kurve. Nun können Sie mit der linken Maustaste auf die Linie klicken und daran ziehen, um die neue, gerade erstellte Kurve zu bearbeiten. Wenn Sie einen Knoten verschieben müssen, können Sie dazu mit dem Hilfsmittel Form auf den Knoten klicken und ihn an die neue Position verschieben.

Auf diese Weise bearbeite ich die gesamte Skizze und füge nach und nach kleine, einfache Formen hinzu. Es ist wichtig, so einfache Formen wie möglich zu verwenden, wenn Sie ein stilisiertes Aussehen erzeugen möchten.

Für die Rauch- bzw. Staubwolken habe ich einfach überlappende Kreise erstellt. Ich wähle das Hilfsmittel Ellipse (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Ellipse' oder Tastaturbefehl F7) aus, klicke und ziehe bei gedrückter Strg-Taste, um einen Kreis aufzuziehen.

Als Nächstes verwende ich das Hilfsmittel Intelligente Füllung (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Intelligente Füllung'), um aus zwei oder drei sich überschneidenden Formen neue Formen zu bilden. Ich kann dann später die Kreise löschen, sodass nur noch die eben erstellten neuen Formen erhalten bleiben.

Nun geht es an die Erstellung des Doppeldeckers. Dazu benuzte ich wie zuvor die Hilfsmittel Freihand und Form. Diese Form ist jedoch etwas komplexer als die, die ich zuvor erstellt habe.

Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Formen schwarz zu füllen, um zu sehen, wie sich das Design entwickelt. Ich wähle dazu alle Formen aus und klicke in der Farbpalette auf die schwarze Farbe. Wenn mir nun etwas nicht gefällt, kann ich mit dem Hilfsmittel Form die bisher erstellten Formen bearbeiten.

Mithilfe der zuvor besprochenen Hilfsmittel erweitere ich das Design um zusätzliche Einzelheiten. Wenn ich mit dem Design zufrieden bin, wähle ich alle Formen aus. Wenn alle Formen ausgewählt sind, klicke ich auf der Eigenschaftsleiste auf die Schaltfläche Verschmelzen, um eine komplette Form zu erzeugen.

Dann erstelle ich mit den Hilfsmitteln Freihand und Form die späteren Schattierungen des Designs. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht so wichtig, geschlossene Formen zu erstellen.

Ich muss die neuen Formen in diesem Schritt nicht schließen, da ich erneut das Hilfsmittel Intelligente Füllung benutze.

Im folgenden Schritt habe ich eine Begrenzungslinie erstellt und dieser (für dieses Tutorial, damit Sie sie besser sehen können) eine hellgrüne Umrissfarbe zugewiesen. Um eine Begrenzungslinie zu erstellen, wählen Sie alle Formen aus und klicken dann auf der Eigenschaftsleiste auf das Symbol Begrenzung erstellen.

Danach wähle ich nur die neue, eben erstellte Begrenzungsform aus und erstelle mithilfe des Hilfsmittels Kontur (Hilfsmittelpalette > Kontur) eine Kontur um das gesamte Design.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, Farben hinzuzufügen. Ich verwende wieder das Hilfsmittel Intelligente Füllung, um neue Formen hinzuzufügen, denen ich dann Farbe zuweisen kann. Wählen Sie dazu eine Form aus und klicken Sie in der Farbpalette auf die gewünschte Farbe oder erzeugen Sie eine neue Farbe, indem Sie auf das aktuelle Farbfeld in der rechten, unteren Ecke der Statusleiste klicken. Für dieses Design war es wichtig, ein begrenztes Farbschema zu wählen. Das Design weist zwei Grüntöne, zwei helle Brauntöne, Schwarz und Rot auf.

Das wäre es für das Maskottchen. Indem wir einen Schriftzug hinzufügen, können wir sehr einfach eine Identität für das Team schaffen. Als Erstes muss ich eine Schrift finden, die der Schrift, die ich für diese Marke im Sinn habe, ähnlich sieht. Unter Verwendung des Hilfsmittels Text (Hilfsmittelpalette > Hilfsmittel 'Text' oder Tastaturkürzel F8) schreibe ich den Namen des Teams und wähle dann in der Schriftliste auf der Eigenschaftsleiste die gewünschte Schrift aus.

Die Schrift entspricht fast meinen Vorstellungen, nur das S habe ich mir etwas anders vorgestellt. Um ein neues S zu gestalten, schreibe ich ein großes O. Dann gestalte ich mit den Form-Hilfsmitteln Zuschneiden, Schnittmenge und Verschmelzen auf der Eigenschaftsleiste und mithilfe einiger Rechtecke ein neues S.

Ich füge das neue S dem Schriftzug hinzu und vergrößere dann den ersten und letzten Buchstaben ein wenig. Aber bevor Sie das tun, müssen Sie die Buchstabenkombination aufheben und die Buchstaben in Kurven umwandeln. Wählen Sie dazu zuerst den Schriftzug aus. Gehen Sie dann auf: Objekt > Kombination von Grafiktext aufheben. Stellen Sie danach sicher, dass noch alle Buchstaben selektiert sind, und wählen Sie: Objekt > In Kurven konvertieren.

Nun ist der Zeitpunkt gekommen, diesen Buchstaben etwas mehr Charakter zu verleihen. Ich erstelle mit dem Hilfsmittel Freihand kleine Keilformen. Dann füge ich diese Formen seitlich an den einzelnen Buchstaben ein und achte dabei darauf, dass die Option An Objekten ausrichten aktiviert ist. Gehen Sie dazu auf: Ansicht > Ausrichten an > Objekten. Dann sorge ich mithilfe der Funktion Ausrichten und verteilen dafür, dass alle Keilformen horizontal ausgerichtet sind (Fenster > Andockfenster > Ausrichten und verteilen oder Strg+Umschalt+A), und verschmelze die Formen mit den Buchstaben. Ich erstelle weitere Keilformen, verbinde diese jedoch nicht mit den Buchstaben, sondern verwende sie dazu, mithilfe der Funktion Zuschneiden in der Eigenschaftsleiste keilförmige Ausschnitte in den Buchstaben zu erzeugen.

Als Nächstes erzeuge ich mit der Funktion Perspektive hinzufügen aus dem Menü Effekte den folgenden Effekt:

Danach verwende ich das Hilfsmittel Hülle (Hilfsmittelpalette > Hülle), um den fünf Buchstaben in der Mitte unten eine leichte Rundung zuzuweisen. Als Nächstes erstelle ich zwei Linien, die als Hilfslinien für den „Decatur“-Schriftzug dienen.

Dann erstelle ich mit dem Hilfsmittel Freihand auf beiden Seiten von „Decatur“ zwei Vierecke. Ich verschmelze die beiden Vierecke, den Schriftzug „Decatur“ und den Schriftzug „Dusters“ zu einer einzigen Form. Dann weise ich der neuen Form mit dem Hilfsmittel Kontur eine Kontur zu.

Als Nächstes erstelle ich eine Innenkontur und verwende das Hilfsmittel Intelligente Füllung, um im unteren Bereich des Schriftzuges Formen zu erstellen.

Ich ändere dann die Farben, damit sie mit denjenigen der Illustration übereinstimmen.

Schließlich kombiniere ich die beiden Designs miteinander und schließe damit das Design des Maskottchens ab.